4.5.2024 - Aggricampeggo Terra Di Moro (Lido Marini) - Finibus de Terae - Lecce - Brindisi - Polignano a Mare

Gestern Abend habe ich noch lange im Bett gelegen und mir durch meine Dachluke die Sterne angeschaut Es ist so dunkel gewesen, das man ganz viele gesehen hat.

Es herrscht absolute Stille, man hört kein menschengemachtes Geräusch, nur ein par Perlhühner und in der Ferne das Rauschen des Meeres. Und, man hört die eigenen Gedanken... Wer bin ich ? Was mache ich hier und warum? Und warum schreit mich immer noch mein Ego aus der Vergangenheit an ?

Am Morgen sind die paar Wolken, die nachts über den Himmel gezogen sind, verschwunden und die junge Sonne wärmt mich bei Surya Namaskar. Es herrscht immer noch absolute Stille, nur ein paar Vögel sind zu hören.


Nach dem obligatorischen Kaffee im Bett und etwas Tagebuch führen, gibt es gemütlich Frühstück und dann geht es wieder weiter.

Zunächst fahre ich an die südlichste Spitze des italienischen Hakens, dem Finibus de Terae. Ein wunderbares Deja Vu mit meiner letztzjährigen Pilgerreise.

Rechts und Links der Straße sind die Felder mit Natursteinmauern begrenzt, viele Olivenbäume sind uralt und meist schon abgestorben, so sieht das ganze hier wieder wie ein riesiges archäologisches Freilichtmuseum aus. 

Am Ende der Welt gibt es eine Klosteranlage und einen Leuchtturm, der ganze Komplex wirkt sehr friedlich, ich genieße einen Espresso im Café am Ende der Welt, die Ruhe und Zeit die ich habe.












Trotzdem fahre ich irgendwann weiter, Lecce steht auf dem Plan. Lecce ist bekannt für seine vielen Barockbauten, hat auch wieder viele kleine hübsche Gassen in der Altstadt und tolle Piazzas, fällt aber vor allem für die überraschend hohe Zahl an hübschen Frauen auf 😛














In einen super süßen Café nehme ich eine Couscous Bowl mit Vedure und dazu einen Cappuccino. Aus den Lautsprechern tönt Compay Segundo, das Leben ist herrlich.



Weiter geht es nach Brindisi, auf der Schnellstraße überholt mich ein Leichenwagen von Maserati, so standesgemäß will ich auch mal abgeholt werden ;-)


Brindisi ist eher nicht so aufregend und so geht es schnell weiter zu meinem Tagesziel, einen kostenlosen Parkplatz bei Polignano a Mare. Ich stehe direkt an den Klippen mit der Nase zum Meer. Anders wäre zwar besser um am Morgen die Hecktür aufzumachen, aber der Wind kommt leider von der falschen Seite und ich möchte mit der Schiebetür im Windschatten stehen.



Ich mache mich auf in den Ort, erwarte eigentlich nicht viel und bin wieder mal komplett geplättet wie schön diese italienischen Kleinstädte oft sind. Das Centro Stoico ist wunderschön, eine Gasse schöner als die andere und der Blick auf die Klippen, an deren Kante die Stadt steht, ist atemberaubend. In den Felsen der Klippen befinden sich viele Grotten und die Stadt ist für ihre Klippenspringer bekannt.    

In einer der kleinen Gassen gönne ich mir einen Mojito und genieße das Treiben in der Stadt.






















Langsam treibt mich der Hunger zurück zum Bus, heute gibt es Porchetta mit Fenchelgemüse, der Blick auf Meer beim Kochen ist nicht zu toppen.



Wieder herrscht absolute Dunkelheit, der Wind hat, wie immer, zum Abend nachgelassen und ausser dem Meeresrauschen höre ich leider noch den Dieselgenerator eines anderen WoMos, der offensichtlich nicht genug Batterieleistung hat 😂
Davon lasse ich mich aber nicht stören, der Abend ist einfach zu schön, Adriano Celentano tönt live aus der Arena di Verona, an Kitsch kaum zu überbieten




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