7.Tag nördlich Mo I Rana - Moskenes (Lofoten) (280KM)
Irgendwie konnte ich nicht gut schlafen heute Nacht.
Nach ein paar Stunden wurde es kalt, die kleine Elektroheizung hat die Hütte nicht warm bekommen. Also, raus aus dem Inlet, rein in den Schlafsack.
Trotzdem war ich wieder um 7:30 wach. Nach Kaffee und dem obligatorischem Nutellabrot geht es kurz vor 9:00 los.
Um 10:00 erreiche ich an der E6 den Polarkreis und das dortige Polarkreiscenter. Die Sonne scheint, doch es ist mit 6° recht kalt auf dieser kargen, schneebedeckten Hochebene.
Nach vielen Fotos und einem Stein auf der Polarkreispyramide, geht es wieder bergab bis zum Abzweig nach Bodo.
Auf einen kurzen Schreck wegen Benzinmangels, die geplante Tankstelle war eine Baustelle und ich mal weider zu nachlässig mit frühzeitigem Tanken, geht es auf wunnderschöner Strasse Richtung Saltstraumen.
Von dort weiter nach Bodo im Glauben die Direktfähre nach Moskenes zu bekommen. Die fährt aber erst ab 15.6., ich bin 2 Tage zu früh. Stattdesssen geht es, nur mit Zwischenstopp, um 16:30 los. Das heißt es wird wieder ein langer Tag.
Am Fähranleger warten schon 2 Tschechen, ein finnischer KTM Fahrer kommt bald dazu und noch 2 BMW GS Fahrer aus Unna.
Nach dem alle an Bord sind und die Bikes sicher verzurrt wurden, geht es über das norwegische Meer Richtung Lofoten.
Mit dem Finnen bespreche ich mögliche Routen, vor allem in Schweden. Wir zwei sitzen über unseren Karten gebeugt und suchen schöne Strecken raus.
Mitten durch Schweden, das höre ich jetzt zum wiederholten Mal, ist es wohl recht langweilig. Nur Wald und Hügel. Alle empfehlen die Route an der Küste lang.
Neben uns sitzt ein Pärchen aus Australien. Genaugenommen ist er Deutscher, der nach Australien ausgewandert ist.
Momentan lebt und arbeitet er aber in Norwegen und will in den nächsten 3 Jahren auf dem Landweg über Russland, Mongolei, China usw wieder zurück nach Australien. Abwechselnd wird gearbeitet und gereist, je nach Finanzlage.
1:00 Nachts und es ist hell wie am Tag. Um 21:00 sind wir zu viert von der Fähre runter und auf einen Campingplatz neben dem Hafen, am Ende waren wir zu sechst und haben ein schönes Zeltlager aufgebaut.
3 Deutsche, 1 Finne, 1 Schwede und 1 Franzose. Spannend und witzig zu sehen, wie wie und vor allem wie unterschiedlich die Leute ausgestattet sind.
Die beiden Deutschen haben jeder ein 3 Mann Zelt und machen Würstchen auf einem schweren normalen Kochtopf warm. Der Finne wäscht lieber und isst nichts, typisch cooler Minimalist. Der Schwede kocht opulent im Klappstuhl und reicht Rotwein rum. Der Franzose hat zwar keinen Kocher, dafür aber eine Flasche Wiskey, die die Runde macht. Ich brate mir meine Schrimps und koche 'ne Runde asiatische Fertignudeln.
Und das alles kurz vor Mitternacht bei vollem Tageslicht. Die Sonne steht zwar hinter den Bergen, aber man sieht wie sie die Wolken anstrahlt.
So langsam versuchen alle eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Wenn alles andere noch schiefgeht, dieser Abend auf den Lofoten war alles Wert !!
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