11.Tag Alta Strand Camping - Nordkap - Alta Strand Camping (490KM)
Wieder werde ich wach weil es im Zelt so heiß ist. Ich mache den Schlafsack auf und nur im Inlet schlafe ich weiter bis 8:00 Uhr.
Nach dem üblichen Kaffee und Nutellabrot packe ich routiniert meine Sachen und mache mich auf die letzten 240km bis zum Nordkap.
Zunächst geht es noch kurz am Altafjord entlang doch dann verlasse ich die grüne Küste und komme in karge, birkenbewaldete Gegend.
Oben auf dem Sennalandet wächst dann nur noch Moos, Flechten und ein paar
kleine Büsche. Dafür sind hier jetzt endlich die vielen Rentiere
von den alle immer gesprochen haben.
Am Olderfjord endet die Reise auf der E06. Ich tanke zur Sicherheit nochmal und muß amüsanterweise während des Tankens eine Alkoholkontrolle machen. Und das morgens um 11:00Uhr...
Jetzt geht es weiter auf der E69 nach Mageroya, der Nordkapinsel. Vorher gilt es noch den knapp 7 KM langen Tunnel unter dem Meer zu bewältigen. Ein komisches Gefühl so 212 Meter unter dem Meeresspiegel zu fahren.
Die Insel selber ist völlig Baumlos und es stürmt wie verrückt. Ich fahre in Kurven aufrecht und in Schräglage geradeaus.
Nach 4461 KM bin ich dann am Ziel !!
Das Nordkapp, der nördlichste (befahrbare) Punkt Europas
Ein erhabenes Gefühl. Ich bin glücklich und dankbar. Das (fast) alles
geklappt hat und das meine Maschine mit so zuverlässig hierher geführt hat.
Ich verbringe ein paar andächtige Minuten bis ich mich in die Schlange
der Wartenden zum Fotografieren an der berühmten Weltkugel einreihe.
Eine freudige Stimmung, alle fotografieren sich gegenseitig und teilen diesen Moment.
Da es wahnsinnig stürmt gehe ich rein in die Nordkaphalle. Dort gibt es die üblichen Souvenirs und anschließend Kaffee und Muffins.
Im Untergeschoss gibt es noch eine Informationsschau über das Nordkap, eine Kapelle und einen thailändischen Andachtsraum.Ausserdem noch eine Informationsschau über die Murmansk Konvois, die die Russen während des 2. Weltkrieges mit Nachschub versorgen sollten. Ein Grund warum Nazideutschland hier oben z.B die Schlachtschiffe Tirpitz und Scharnhorst zu liegen hatte.
Hier oben gibt es leider nur einen völlig ungeschützten Parkplatz für Wohnmodile. Nur Schotter und keinen Schutz vor dem Sturm, so daß an eine Übernachtung im Zelt nicht zu denken ist.
Nach etwas mehr als 2 Stunden mache ich mich deshalb wieder auf den Weg. Von nun an gehts nur nach Süden.
Eine eigentümliche Stimmung, physische und psychische Müdigkeit überkommt mich. Ich spüre, dass ich mich zwingen muß, den Rückweg genauso zu geniessen. Aber genau das hatte ich eigentlich erwartet. Schon bei der Planung ist der Rückweg immer zu kurz gekommen, so als ob ich den nur schnell hinter mich bringen wollte. Ich werde aufpassen müssen, das das nicht passiert.
Nach kurzer Rast nehme ich die 240 KM zurück nach Alta in Angriff. Bei wenig Verkehr, nun weitgehend mit Rückenwind fahre ich mit 100km/h über die baumlose Hochebene zurück und freue mich als es kurz vorn Alta wieder grün wird. Es hat sich inzwischen bedeckt, aber es ist mit 18° immer noch angenehm mild und nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe koche ich mir Spaghetti.
Morgen geht es über die Finnmark nach Finnland und weiter nach Schweden.
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