2.Tag Westensee - Kristiansand (580KM)

Während der Nacht schlägt das Wetter um und es beginnt zu regnen. 

Das erste Mal schaue ich um 5:00Uhr auf die Uhr, viel zu früh. Ich schlafe wieder ein und um 7:30 Uhr schrecke ich hoch. Jetzt wirds aber langsam Zeit, schließlich habe ich heute einen festen Termin.

Draussen regnet es in Strömen, also fällt das Frühstück heute aus. Bei dem Wetter ist es gut, das ich mein Innenzelt seperat auf und abbauen kann. Isomatte, Schlafsack und Innenzelt bekomme ich so trocken in die Packrolle.
Das Problem sind die Koffer. Die Befestigung erfordert ja das Festschrauben der Sicherungen von innen. Dabei kann der Koffer aber nicht voll sein, da man sonst an die Schrauben nicht drankommt. Es ist alles etwas hektisch, letztlich gehts irgendwie, aber optimal ist das bei Regen nicht.

Das Gepäcknetz, das ich noch gekauft habe macht sich bezahlt. So kann ich das triefende Aussenzelt auf die Packrolle schnallen und mache mir den Inhalt der Rolle nicht nass.

Gegen 9:00Uhr komme ich los, meine Stimmung ist nicht die Beste. Nach 70km gehts zum tanken und frühstücken. Ich unterhalte mich kurz mit einem schweizer KTM Fahrer, der ebenfalls zum Nordkapp will. Er fährt das Ganze aber gegen den Uhrzeigersinn über Schweden nach oben.

Die Sonne kommt raus und auf der Bahn überhole ich zwei Twin Treiber und ne GS aus Berlin. Beste Stimmung bis zur dänischen Grenze, dann fängt es an zu schütten und hört nicht mehr auf. Früher oder später bin ich trotz drei Lagen durch bis auf die Haut und kalt wirds langsam auch. Statistisch müsste ich für die nächsten 3 Wochen genug Regen gehabt haben.

Nach 5 Stunden bin ich in Hirtshals, 2 Stunden zu früh für die Fähre.

Ich warte an einer Tankstelle mit angeschlossener Cafeteria, trockne meine Sachen Madonnalike am Fön und warte bei Kaffee und Snickers auf das Einschecken.

Meine Dicke flirtet unterdessen ein bisschen mit einem Trike



Kurz vor halb fünf fahre ich zum Hafen und treffe die 3 Berliner wieder. Ganz lustige Typen und so wird die restliche Wartezeit recht kurzweilig.

Um 17:15Uhr gehts auf die Fähre, festzurren muß man alleine. Vorne an die Sturzbügel, hinten am Kofferträger und schön in den Seitenständer reinziehen. So steht sie sicher.


Im Pullmann Seat Saal belegt jeder von uns 6 Plätze um die Sachen zu trocken. Ein Glück das die Fähre nicht voll ist.
Die drei fahren heute zu einem Freund, ein Anruf bei ihm spricht von Schauern, nicht von regen. Trotzdem werde ich wohl heute eine Hütte nehmen um mein Zeugs zu trocken. Das einzige was nämlich richtig trocken geblieben ist, sind meine Socken. Die Sidi Stifel quietschen zwar fürchterlich, aber sie sind dicht !!

Hamre Familie Camping hat für mich eine Hütte mit 14m² für 1200NOK. Keine Ahnung wieviel das ist aber es nieselt und ich habe keine Lust mein nasses Zelt aufzubauen.

Innerhalb weniger Minuten ist jeder Flecken der Hütte mit irgendwas zum Trocknen behängt. Das Zelt konnte ich draussen vor der Hütte unterm Vordach zum Trocknen aufhängen.


Ich habe sogar einen Flatscreen und beim Kochen schaue ich Charley Boorman beim Rafting in Kanada zu.

Es ist 23:00 und immer noch hell aber ich krieche erschlagen in mein Etagenbett.





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