Meduno 8.4.2024
Draußen ist es frisch, die Dieselheizung wärmt den Bus und der Kaffee wärmt von innen. Nach einer erholsamen Nacht bin ich um 6:30 erfrischt aufgewacht. Ich schlafe hervorragend in meinem fahrenden Heim.
Der Campingplatz ist ziemlich leer, diesmal bin ich auch der einzige in der Gruppe, der mit dem WoMo da ist. Das trennt mich ein bisschen von der Gruppe, da ich mein Frühstück diesmal im Van und nicht mit den anderen im Agritourismo nehme. Aber ich geniesse die Ruhe und Gemütlichkeit in La Vida. Meine persönliche Höhle, die mir Ruhe und Vertrauen gibt.
Die Technik funktioniert hervorragend, ich habe keinen Landstrom, aber jeden Abend ist die Batterie, die morgens so bei knapp 90% liegt, wieder voll, meine Solaranlage hat gestern 680Wh Ertrag gehabt, bei dem Wetter reicht meine elektrische Ausstattung also für Autarkie. Mein Bett ist gemütlich, die Beleuchtung perfekt und der Kühlschrank ist ziemlich voll 😀
Der gestrige Flugtag war gut, ich hatte 3 Flüge, so knapp 30 Minuten. Obwohl es am Startplatz wenig Wind gab, war die Luft ziemlich ruppig und es hat manchmal ganz schön gehackt. Ich gewöhne mich langsam daran, mein Vertrauen in den Flügel wächst und so bin ich nicht mehr ganz so nervös, wenn es da oben im Flügel mal so richtig zur Sache geht. Die Thermik war nicht sehr stark wegen der Inversion, aber wenn, dann ging es gleich mal richtig nach oben, aber genauso schnell auch wieder runter, wenn man rausgefallen ist. Da war aktives Fliegen angesagt, ständig anbremsen und freigeben um nicht in die Nähe eines Strömungsabrisses zu kommen. Ich lerne jedes Mal wieder sehr viel dazu.
Am Nachmittag hatte ich etwas Probleme überhaupt rauszukommen, der Wind hat den Schirm beim aufziehen zweimal um 30' gedreht und ich musste abbrechen. Wir waren in der Scherung zwischen Bergwind und thermischen Ablösen, die zu Vorwind führen und so ging es am Ende nur mit Vorwärtsstart, aber auch gut, das ab und zu mal wieder zu machen um es nicht ganz zu verlernen.
Am Ende des Tages gab es am Landeplatz den obligatorischen Aperol für alle, die Stimmung ist gut, die Gruppe ziemlich harmonisch, einige kenne ich tatsächlich schon von früheren Reisen.
Insgesamt finde ich die Atmosphäre an den Landeplätzen immer wieder super, es herrscht irgendwie immer gute Laune, die Piloten sind voll mit Adrenalin nach dem Flug, es gibt Geschichten (Das fliegerische Äquivalent zu den Benzingesprächen beim Motorradfahren) und man tauscht Erfahrungen aus.
Das Wetter soll heute ähnlich werden, die Basis etwas höher, so geht es weiter hinauf, aber für einen Streckenflug wird es wohl nicht reichen, da wir immer noch die Inversion haben, die die Thermik nach oben begrenzt.
Tatsächlich ging es heute recht ruppig zur Sache, aber das übt Gelassenheit und weiter aktives Fliegen lernen. Mein Schirm ist aber super stabil, trotz teilweise heftigen Böen hatte ich noch keinen Klapper und wurde nur ordentlich im Gurtzeug durchgerüttelt.
Am Nachmittag kam ich praktisch gar nicht mehr runter, es ging eigentlich überall hoch. Nach einer Stunde war es mir dann aber doch zu kühl und ich bin mit angelegten Ohren runter.
Nach einer verdienten Dusche gab es leckeres Abendessen von Patricia, die Stimmung nach dem tollen Flugtag super in der Gruppe.







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