24.4.2024 - Paestum - Isola Dino - Grotte di Castelcivita - Lao River Camp

Zurück von der Ausgrabungsstätte koche ich mir lecker Nudeln mit Paprika und Zucchini, gehe früh ins Bett, komme aber irgendwie nicht zur Ruhe. Es herrscht bis 1:00 Verkehr und ich will mir kein Ohropax reinmachen, hier auf dem mehr oder weniger offenen Parkplatz.



In der Nacht hat es geregnet und morgens ist es wieder Arschkalt. Obwohl der Kaffee von innen wärmt, ich im warmen Bett am Tagebuch schreibe und dann gemütlich frühstücke, habe ich etwas den Blues. Ob es am Wetter liegt ?

Um 9:30 macht die Schranke auf und ich mache mich auf den Weg. Heute sollte es endlich mit einer Tropfsteinhöhle klappen, die es hier reichlig gibt. Ich fahre also wieder mal auf abenteuerlichen kleinen Bergstraßen zur Grotte di Castelcivita. Um 10:30 gibt es eine Führung und ich komme diesmal pünktlich. Zwar ist wieder mal eine Schulklasse dabei, aber durch den englischen Audioguide, bin ich etwas abgeschottet vom gegröle und gekreische der Teenager. 
Die Höhle ist toll, die Führung dauert ca. 1 Stunde und die Stalaktiten und Stalagmiten haben tolle Figuren geformt.













Anschließend will ich an die Küste zur Isola Dino. Google lotst mich um eine riesiges Bergmassiv herum, die Straße ist quasi einspurig und ich fürchte, das sie wieder in Schotter übergeht. Auf den Kuppen der Berge kann ich frischen Schnee sehen, es sind nur 9 Grad. Ich fahre durch endlose Olivenhaine, dann überraschend auf die Autobahn, die hier mautfrei ist. Es geht ca. 80km durch bergige Landschaft, rechts und links sieht überall kleine Bergdörfer auf den Hügel

Es ist ziemlich stürmig und immer wieder regnet es, La Vida wird ordentlich durchgeschüttelt. Als ich von der Autobahn abbiege sind es noch 40km bis zum Meer, diesmal auf einer überraschend gut ausgebauten Stada Speziale. Die Landschaft erinnert an die Alpen, immer wieder sieht man auf den Bergen Schnee und das Ende April in Süditalien.

Ich hatte ja gehofft, das ich mir die blauen Grotten an der Isola Dino anschauen kann, aber das Wetter und die Tatsache, das es absolute Nebensaison ist, machen mir ein Strich durch die Rechnung. Es stürmt, und es sind nur 14' Grad.






Nach dem Einkauf für heute Abend mache ich mich auf zu meinem Tagesziel, das Lao River Camp in den Bergen. Die Wettervorhersage ist nicht gut, aber trotzdem wage ich mich in die Berge.
Wieder mal habe ich das Gefühl, das Google den Abenteuermodus eingeschaltet hat. Für 50km sind 1,5 Std. angesetzt, das sagt alles. Es geht auf super kleinen Straßen in Serpentienen auf und ab und ich denke wieder, das ich falsch bin. Über eine Stunde fahre ich durch Wälder im Nichts, begegne keinen Menschen oder Autos. Ob das alles so stimmt ?

Wenn hier jetzt wieder Schotter käme, würde ich mich nicht wundern. Schließlich erreiche ich das Camp das im Sommer zum Raften genutzt wird, aktuell bin ich aber der einzige und Verständigung geht nur über Google Translator (wieso hat die Internet und ich nicht ?), da die Dame kein Wort englisch spricht. Immerhin ist überhaupt jemand da, es wirkt total ausgestorben.
Ich kann unten fast am Fluss stehen, bin für mich alleine, quasi in der Wildniss. Wenn hier gleich ein Bär um die Ecke käme, würde ich mich nicht wundern.
Bin froh, über meine Offroadreifen, sonst wäre ich hier verloren.

Außerdem bin ich hier komplett offline, ein wirklich abgelegenes Flecken Erde in den Bergen von Kalabrien. Wenn es nur nicht so scheiß kalt wäre.

Recht früh treibt mich diese Kälte in den Bus und ich mache es mir mit der Heizung gemütlich warm.
Draußen ist es stockfinster, hier gibt es absolut kein Streulicht, so dunkel habe ich es noch nie erlebt.











Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Zwischen Aufschlag und Aufbruch

Wieder zurück in Meduno

25.5.2025 - Landeanflug