29.4.2024 - Kite Beach Licata - Noto - SouthEnd - FarmHouse San Lorenzo
Nach dem Million Dollar View heute morgen und einem sehr entspannten Frühstück geht es nun weiter Richtung der italienischen Südspitze und dann nach Syrakrus, so der Plan.
Auf der nagelneuen Autobahn, die Mautstation ist nur halb fertig, geht es entspannt durch die geschwungene Landschaft in der sich wieder Olivenhaine, Orangenbäume und endlose Gewächshäuser abwechseln. Hier wird unser Gemüse angebaut.
Immer wieder überquert die Straße auf langen Brücken wilde Schluchten. Vor mir fährt ein Bürstner mit dem Spruch "Adventure before Dementia" 😂
Ich telefoniere mit René und er gibt mir den Tipp, Noto anzuschauen. Der Tipp erweist sich als Volltreffer. Noto ist wunderschön und ich esse vermutlich eine der besten Bruschetta im Leben. Die Stadt ist unglaublich voll, es ist Montag und fühlt sich an wie Wochenende. In der Stadt mit den kleinen Gassen, der Hauptstraße und den schönen Plätzen ist es warm, hier merkt man von dem Sturm auf dem Land nicht viel.
Ich laufe mit kurzen Hosen und Birkenstock durch die Gegend, in Italien, anders als in Noosa Heads, damit sofort als Tourist zu erkennen 😛
Natürlich bringt das meinen Zeitplan wieder mal durcheinander, aber das macht mir ja inzwischen gar nichts mehr. Erstmal geht es an den südlichen Wendepunkt meiner Reise, den südlichsten Punkt Italiens. Ein kleiner, fast leerer Parkplatz, auf der einen Seite das Mittelmeer, auf der anderen das Ionische Meer, die hier beide ziemlich sichtbar zusammenkommen. Wegen der Windrichtung ist die Mittelmeerseite ruhig und die Ionische Seite ziemlich aufgewühlt. Der Übergang zu der kleinen Insel ist leider wegen dem Sturm nicht möglich.
Ich bleibe eine Weile, das hier ist auch ein Moment zum Nachdenken. Ungefähr 4300 Kilometer bin ich nun gefahren, etwas mehr als 4 Wochen unterwegs.
Eine aufregende, spannende Zeit mit wahnsinnig vielen Eindrücken und der Erfahrung, das alles viel einfacher geht als man es sich vorstellt, vor allem wenn man "loslässt" und sich von seinen Plänen nicht allzu sehr treiben lässt.
Und, das ich alles machen kann, was ich mir vornehme. Das Alleinsein macht mir selten etwas aus, meist genieße ich die Zeit sehr und ab und zu ergeben sich ja auch tolle Kontakte mit anderen Campern.
La Vida funktioniert perfekt, alles so wie ich es mir vorgestellt hatte, es gibt wenig, das ich anders hätte machen wollen. Sie ist mir ein gemütliches Heim geworden, in dem ich sehr gut schlafe, mir abends leckere Sachen und morgens einen wunderbare Kaffee koche, die mich an kalten Morgen wärmt und immer genug Strom hat um die lecken Sachen im Kühlschrank kalt zu halten.
Bisher habe ich auch noch nichts vermisst oder vergessen mitzunehmen.
Wenn ich kein Messer brauche, esse ich mein gebratenes Gemüse mit dem Holzlöffel aus der Pfanne um Abwasch und damit Wasser zu sparen. Den Kaffee am morgen mahle ich frisch mit der Hand und genieße ihn, wie immer, im Bett während ich Tagebuch schreibe und ein bisschen lese.
Und ja, sie ist auch meine Toilette, was so unglaublich gut funktioniert, das ich manchmal einfach so anhalte um nach hinten zum Pinkeln zu gehen und sehr froh bin nachts nicht mehr aus dem Van zu müssen. Auch fürs große Geschäft funktioniert eine Trockentrenntoilette unglaublich gut, unten Katzenstreu, danach Superabsorber drauf, riecht wirklich kaum merklich und die Pipi sowieso gar nicht. Ich wechsle nur alle 3 Tage die Tüte aus und entleere den Pipieimer. Also, keine Sorgen mehr, wenn mal kein Klo in der Nähe ist 😁 oder wenn man frei steht.
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins 🥰
Italien hat seine Ecken und Kanten, kaputte Straßen, aber meist unglaublich herzliche Menschen, die trotz häufiger Armut das Dolce Vita genießen. Herrliches Essen und tolle Landschaften, unfassbar viele antike Stätten, vielen beeindruckenden Kirchen und Kathedralen, einsame, wilde Berge, schöne Strände aber auch heruntergekommene Industrieareale, verlassene Häuser und immer wieder Müllberge am Straßenrand (Das Broken Windows Syndrom ist hier mehr als offensichtlich).
Ich genieße die Fahrt über Land, trotz der teilweise üblen Straßenverhältnisse, und bin selten mal schneller als erlaubt, so entspannt bin ich, das mich regelmäßig LKWs überholen. Halt, da wäre was...ich werde mir sicher ein Luftfahrwerk einbauen lassen, dann ist das mit den Straßen (z.B. für Spanien/Portugal 2025) auch kein Problem mehr.
Ich freue mich auf der verbleibenden 5 Wochen, auf die langsame, genussvolle Fahrt nach Norden und auf eine Woche Fliegen in der Auvergne in der letzten Maiwoche.
Da es heute zeitlich mit Syrakrus nichts mehr wird, suche ich mir eine neue Übernachtungsmöglichkeit und finde ein gemütliches Agriturismo, wo ich sehr schön unter Bäumen stehe und endlich mal wieder eine Dusche nehmen kann.
Ich muss sagen, das Park4Night ein echter Segen ist, bisher haben die Aussagen der Community fast immer gepasst und eine echte Enttäuschung hatte ich noch nicht.



















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