20.4.2024 - Terracina - Monte Cassino - Neapel
Abseits den großen Touristenmagnete und Highlights ist Italien ein abgewirtschaftetes Land mit zerfallenen Straßen, tausenden von auf Dauer nervigen Kreisverkehren und sympathisch leger ausgelegten Verkehrsregeln.
Der morbide Charme erschließt sich nicht immer, aber die Menschen sind alle nett und hilfsbereit. Wenn man auf Nebenstraßen übers Land fährt, im Zickzack zwischen den Schlaglöchern, sieht man viele aufgegebene Häuser und konkursgegangene Firmen, ein unglaublich starken Autoverkehr und unzählige Tankstellen, ein Vielfaches dessen, was wir in Deutschland kennen. Natürlich alle ohne Bedienung, aber das macht es oft einfacher und schneller
Zunächst mache ich mich am Morgen auf zum Tempel des Jupiter Anxur
Danach geht es in die Berge Richtung Monte Cassino, bekannt für seine Benediktinerabtei, aber auch dafür das hier im 2. Weltkrieg eine der längsten und verlustreichsten Schlachten stattgefunden hat, in dessen Verlauf die Abtei von alliierten Bombern komplett zerstört wurde (Nach Kriegsende wurde sie originalgetreu wieder aufgebaut, was den unglaublich Reichtum der katholischen Kirche zeigt). Die Nazis hatten in Erwartung des Angriffs die meisten Kunstschätze evakuiert, z.T. nach Deutschland gebracht und so konnte das meiste gerettet werden. Etwas unterhalb der Abtei ist ein großer Soldatenfriedhof, irgendwie macht sich bei mir eine bedrückte Stimmung breit.
Seitdem ich vom Monte Casino runter gefahren bin und auf dem Weg nach Napoli bin, regnet es ununterbrochen und in den Schlaglöchern könnten jetzt kleine Kinder schwimmen lernen. Draußen sind 10°und von einem Frühling in Süditalien ist momentan nichts zu spüren...aber heute Abend gibt es Pizza Napoli in Napoli 😍
Neapel, an den Rändern runtergekommen. Ich suche noch die schönen Seiten. Der Straßenverkehr ist hier absurd. Die Menschen müssen alle psychosomatische Krankheiten von diesem Stress kriegen der hier herrscht, die Lautstärke, der Dreck überall. Der Müll wird einfach irgendwo hin geschmissen, hat man das Gefühl, unfassbar.
In Neapel herrscht überwiegend Kleingewerbe vor. Alles scheint irgendwie billig. Tatsächlich kostet eine riesige Pizza Margherita nur sechs Euro.
Ich habe aber einen guten Parkplatz am Rand der Kernstadt und mache mich auf den Weg in die Innenstadt. Die kleinen verwinkelten Altstadtgassen sind voller Leben, kleinen Bars und Geschäften. Hier herrscht Samstag Abend Hochstimmung und Hochbetrieb. Ich fühle mich wohl, der Dreck und die verfallenen Häuser am Rand sind vergessen.




























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