The best way to predict the future is to invent it*
Unser Team ist auf die Einladungsliste des Churchill Club Events gekommen.
Das ist eine Veranstaltungsreihe mit Podiumsdiskussionen zu Themen wie Innovation, Technologie, Software....also alles was hier im Valley so spannendes passiert.
Heute waren Vishal und Alan Kay eingeladen um über das Thema Innovation zu diskutieren.
Das heißt diskutiert haben sie nicht, eher freundlich gegenseitig Geschichten erzählt.
Im Grundsatz war natürlich einiges eine Wiederholung der DKOM von vor 2 Wochen, Alan hat halt so seine Themen.
Er referiert immer sehr gerne über seine Zeit bei PARC und bei XEROX, damals war Geld kein Thema, der Vietnamkrieg hat einen warmen Geldregen über die Forschungsinstitute gebracht.
Auch heute, da er Wagniskapitalgeber ist handelt er nach dem Motto: 65% failure is cost of research, wenn er in Summe seine Investments bewertet.
Und...man muß das unmögliche fordern um das mögliche zu kriegen, unter anderem deshalb hat J.C.R. Licklider damals das intergalaktische Netz gefordert....und das Internet bekommen.
Interessant, das Alan das Internet mag, nicht aber das World Wide Web, diese feine Unterscheidung wird ja heute kaum noch vorgenommen.
Naja, und Vishal erzählt natürlich auch mehr oder weniger immer die gleichen Geschichten, herne mit Bezug auf HANA und das AppHaus in Los Altos....das ist natürlich immer wieder spannend, da ich doch genau dort gerade arbeite.
Und wie weiß er, ob es dort voran geht ?
Nun, mit Micromanagement gibt sich Vishal offensichtlich nicht ab. "When they know you will know", so sein interessanter Ansatz, also, wenn sie Erfolg haben, werden sie schon von alleine drüber reden.
Am Ende geraten sie ins Philosophieren, Vishal z.B. bezieht sich auf Hermann Hesses Siddartha mit der Aussage, das man seinen eigenen Weg finden muß und nicht anderen Vorbildern vorbehaltlos folgt. Oder auch so: You can see an opportuntity in every difficulty or a dificulty in every opportunity.
Herrlich, eine Platitüde nach der anderen ...
Dann gibt es noch eine reizvolle Spitze gegenüber Apple, seine Devices und User Experience. Eigentlich keine wahre Innovationen mehr nur schiere Erfüllung von Konsumentenwünschen, wenn auch schön verpackt.
Aber, warum gibt es z.B. keine Undo Funktionalität auf dem iPad/iPhone ?
Nach Alans Vermutung liegt das an einem Fehler/Phänomen, dem die meisten Designer unterliegen: Practically everybody you want to help is not like you.....
Die ganze Veranstaltung hat übrigens im noblen 4 Seasons Hotel in East Palo Alto stattgefunden. Es gab vorher ein 3 Gänge Menü und ich saß mit Leuten von Intel, Accenture, Bank of America, Symantec und einen, naja, vermutlich so ne Art Headhunter am Tisch.
Gut das ich gerade das Buch über Big Data lese. So ergab sich dann wenigstens eine Unterhaltung zu der ich bei einem aktuellem Thema ein paar handfeste Aussagen treffen konnte.
Auch hier merkt man übrigens dass 'die amerikanische Gesellschaft i.a.' sehr spießig ist. Das lief hier alles sehr formell ab, auch wenn immer das unabdingliche 'nice to meet you' jedes Gespräch beginnt.
Immer wieder lustig übrigens diese komische Masche, das Fleisch klein zu schneiden, das Messer wegzulegen und dann mit der Gabel in der rechten Hand zu essen. Dabei liegt die linke Hand im Schoß, keinesfalls auf dem Tisch, wie in Deutschland.
Der Abend ging so bis 20:30, ich habe anschließend noch mit bekannten Leuten von der SAP gesprochen, bin aber nicht wirklich an den inneren Zirkel um Vishal herangekommen.
...Na ja, bin mir ja sowieso nicht mal sicher ob ich das wirklich will und ob es gut wäre.
Ach so, muß wohl wirklich mal was von Nicolas Negroponte lesen....
* Der Quote im Titel ist von Alan Kay, nicht das ich hier noch des Plagiats verdächtigt werde.



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