Next stop Mountain View

Heute geht es los.

Die letzte Nacht habe ich kaum geschlafen, so cool ich die letzten Wochen war, so heftig hat mich heute Nacht die Aufregung gepackt.

Der gestrige Abend war nochmal richtig schön. Wir haben zusammen gegessen und anschliessend gespielt.

Um 6:30 werde ich abgeholt und auf gehts nach Frankfurt. Die Wartezeit aufs Boarding verbringe ich in der Lounge. Nach der Hektik beim Einchecken und bei der Sicherheitskontrolle ist die Lounge immer eine wahre Oase der Entspannung. Heute musste ich sogar mit meinem Laptop ins Nebenzimmer zur Sprengstoffuntersuchung, cool.

Der Flieger ist komplett voll, Lufthansa wollte mir sogar 600 Euro geben, wenn ich über München geflogen wäre. Aber dann wäre ich erst um 20:00 gelandet und das ist mir eindeutig zu spät.

So geht es um 10:30 los, die Flugzeit ist heute mit über 11 Stunden angegeben. Das ist heute also mal ein richtig langer Flug. Gruselig eingentlich, ich weiß aus Erfahrung, das es nach 7 Stunden immer richtig anstrengend und langatmig wird. Aber das läßt sich nun mal leider nicht ändern.

Nach dem Start gibt es Lunch und die Stewardess kommt sogar vorbei, spricht mich mit Namen an und fragt mich, ob alles in Ordnung ist. Auf meine Verwunderung hin erklärt sie, das man mich als Vielflieger halt gerne fragt, ob alles in Ordnung ist. Ich bin total baff.

Die Immigration ist diesmal glücklicherweise nicht so voll, auch wenn wieder mal Murphys Law greift und ich in der langsamsten Schlange stehe. Den Werbefilm der US Customs and Boarder Protection kann ich langsam schon auswendig.

Der Knüller ist mal wieder Hertz. Also wie die Autos vermieten, die würden so in Deutschland innerhalb kürzester Zeit pleite gehen. Ich glaube da gehen in Deutschland nur Amis hin, weil die das kennen.
Diesmal habe ich über einen Automaten mit einer Bearbeiterin kommuniziert. Ich am Telefon vor dem Automaten, sehe sie auf dem Schirm und sie mich über die Kamera. Meinen deutschen Führerschein muß ich ganz dicht vor die Kamera halten, damit sie was lesen kann. Der Scanner des Automaten kann nur US Drivers Licence auswerten.
Großes Kino, allein das mit dem Führerschein dauert gefühlte 10 Minuten und dann muß ich permanent nachfragen was sie mir erzählt, weil sie so leise ist und um mich herum alles so laut ist.
Letzlich bekomme ich einen Mazda 6, nichts besonderes, aber egal. Vielleicht tausche ich irgendwann mal um, in Palo Alto gibt es ja auch eine Hertz Niederlassung, da gehts vielleicht besser als am Flughafen.
Beindruckend ist übrigens auch der erwartete Mietpreis. Er liegt bei knapp 10.000 Dollar für die 6 Monate.

Die Fahrt nach Mountain View ist schon fast Routine, mit dem zwar gewöhnungsbedürftigen aber funktionierenden Navi von Hertz finde ich die Wohnanlage auf Anhieb. Einchecken und Erläuterungen laufen, wie in den USA gewohnt. schnell, unkompliziert und freundlich ab. Hertz stellt hier wirklich die unrühmliche Ausnahme dar.

Die Wohnung ist eigentlich ganz nett, die Küche hätte ich zwar selber vermutlich besser gezimmert, aber alles ist sauber und nett eingerichtet. Der Standard ist halt in den USA doch deutlich niedriger.

Die Poolanlage im Garten ist bevölkert, nette Atmosphäre, ein paar Mark Zuckerberg Attrappen sitzen mit Shorts und Laptop am Pool.
Ich habe mein Appartement bzw. meine kleine Terrasse zum Pool hin und nicht zum Parkplatz, ein echter Glücksfall.

So und dann stehe ich da und versuche mir einen Einkaufszettel zu machen.

Wie ist das, wenn man praktisch bei Null anfängt ? 
Was braucht man da so alles ? 

Ich stehe ein bisschen ratlos und übermüdet in meinem Appartement und versuche neben den offensichtlichen auch die weniger offensichtlichen Dinge aufzuschreiben.

Dann gehts zum Safeways, ist nicht weit von hier und macht einen ganz guten Eindruck. Die Packungsgrößen machen mich ein wenig fertig, irgendwie will ich mir wahrscheinlich grad gar nicht eingestehen, das ich für ganze 6 Monate hier bin. Das ist echt ne lange Zeit, wird mir beim Einkaufen wieder so richtig bewusst. Da ist nichts mit mal eben ein paar Kleinigkeiten für die Woche, so wie bei der Ferienwohnung im Urlaub. Da gilt es richtig Grundlagen schaffen.

Naja, wenigstens um die Mülltüten muß ich mich nicht kümmern. Wird alles schön sauber in Plastiktüten verpackt und damit habe ich allemal genug Mülltüten.




Als ich die ganzen Lebensmittel verstaut habe, setze ich mich erstmal mit einem Bier auf die Couch und lasse meinen Geist auch mal ankommen. Ich war wieder viel zu diszipliniert, viel zu praktisch und habe gleich wieder alles geregelt, anstatt mich mal hinzusetzen und ganz anzukommen.
Das wird jetzt nachgeholt....

Am frühen Abend kommen Kai-Christoph und seine Freundin vorbei. Eigentlich wollten wir Barbecue machen, aber es bleibt dann doch bei ein paar Bieren. Sie haben Becks mitgebracht, ich serviere Samuel Adams.

Morgen früh wollen wir gemeinsam auf den Farmers Market und anschließend nach San Francisco zum Hacker Event.
Um 21:00 gehe ich ins Bett, gefühlt ist es 2 Uhr nachts.



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