Camino Frances: ‎⁨St-Jean-Pied-de-Port⁩ - Auritz (30.4.2023)

Um 5:30 ist die Nacht zu Ende, die ersten mache sich auf den Weg. Um 6:00 gibt es Frühstück. Müsli, Baguette, O-Saft und Kaffee. 

Dann geht es los, der erste Tag meiner Pilgerreise über 900KM nach Santiago de Compostela und weiter an den Atlantik beginnt. 

Konstant geht es bergauf, mal mehr mal weniger steil aber immer noch auf asphaltierten Wegen. Nach 2 Stunden erreiche ich Orisson, das Wetter ist grenzwertig, immer leichter Regen, aber zu wenig, um den Poncho rauszuholen. Die Temperatur sinkt immer weiter, es wird richtig kalt. Irgendwann ist die Strasse zu ende und es geht auf Wanderwegen weiter.








Irgendwann bin ich über eine Art Pass und plötzlich stehen Buchenwälder wo eben noch Baumlose Wiesen waren. 

Zwischendurch bin ich immer mal wieder alleine auf dem Weg, irgendwie verteilt es sich dann doch. Ich geniesse die Landschaft und die klare Luft. 
Nach ein Paar kleinen Zwischensteigungen geht es jetzt kontinuierlich bergab und irgendwann taucht vor mir das Kloster von Roncesvalles auf. Ich stehe fast eine Stunde für den Stempel an, das zieht mich etwas runter und ich bin froh noch weiterzulaufen. 




Nochmal 4 KM, dann ist die Etappe für heute geschafft. Trotz der Länge ist es immer noch so früh am Tag, das die Herberge noch zu hat. Also setze ich mich in eine nahegelegene Bar und geniesse ein Cerveza und Patatas Bravas, das habe ich echt verdient heute. 

Heute habe ich ein Zimmer mit 6 Betten. Nach einer heißen Dusche fühle ich mich wieder halbwegs erfrischt. Im Zimmer entspannte Ruhe, jeder macht mehr oder weniger geräuschlos sein Ding. Ich verabrede mich mit Gero, Ash, John und einem Belgier zum Pilgermenü im nahegelegenen Hotel. Ash kommt aus Australien und wir unterhalten uns über ihre Heimat von der ich ja gerade so wunderbare Eindrücke mitgebracht habe. John ist ein lustiger junger Engländer,  nur Gero tut mir leid. Er kommt aus Chemnitz und hat dem Alter nach wohl in der Schule noch Russisch lernen müssen. Jedenfalls spricht er praktisch kein Englisch und verstehen tut er wohl auch wenig. Er geht auch recht schnell nach dem Essen, aber auch bei uns zollen der Tag und die Höhenmeter Tribut.

Um 21:30 ist das Licht aus.


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