Camino Frances: Ladenburg - ‎⁨St-Jean-Pied-de-Port⁩ (29.4.2023)

Nach unruhiger Nacht bin ich um 4:15 aufgestanden. So konnte ich noch mein normales Morgenritual durchführen. Yoga, Kaffee und Kekse, dann die letzten Reste gefrühstückt, die Wohnung verlassen,, jetzt bin ich Pilger



Die S-Bahn kommt pünktlich, in Mannheim habe ich eine gute halbe Stunde Aufenthalt. Ich hole mir einen Cappuccino und telefoniere mit Annika. Es ist schön ihre Stimme zu hören. Als der Zug nach Paris einfährt verabschieden wir uns und vor lauter Hektik lasse ich meinen Pilgerstab am Bahnsteif liegen. Ich schwanke zwischen Ärger und Amüsement. Mit der Gravour war er eigentlich übertrieben. Vielleicht sollte es so sein. Lass los, genüge Dich an den einfachen Dingen. Da habe ich gleich mal eine schöne Lektion gelernt. Werde mit in Saint-Jean einen ganz einfachen kaufen. 

Im Zug die ersten Pilger, zwei Frauen aus Düsseldorf, die heute den gleichen Fahrplan haben. In Paris angekommen geht es mit der Metro zum Gare de M ontparnasse, es ist unglaublich voll, es scheint als wollte halb Paris verreisen. Der Zug nach Bayonne ist komplett voll und stickig. gut das ich eine Platzreservierung habe. 
Draußen rauscht die Landschaft vorbei, endlose Rapsfelder, Frankreich ist gelb. 2 Stunden bis Bordeaux, die Müdigkeit überkommt mich aber ich finde keinen Schlaf. Nach einer Weile wechseln sich Rapsfelder durch erste Weinberge ab, Bordeaux kommt näher. Bayonne, 2 Stunden Aufenthalt, die Pilgerdichte steigt. Hier treffen sich alle für den Zug nach Saint-Jean Pied de Port. Kurzer Plausch, sonst halte ich mich eher zurück. Die meisten sehen nervös aus, ob man mir meine Nervosität auch anmerkt ?

Um 19:15 komme ich endlich in SJPdP an, schnell geht es ins Pilgerbüro bevor die anderen kommen und der ganze Zug in der Schlange steht. Ich bin rechtzeitig vor der Masse da, es gibt eine Einweisung, den ersten Stempel und liebe Worte. 




Im erstbesten Shop kaufe ich mir einen neuen, ganz einfachen Pilgerstab, dann geht es zur Herberge. Der Hospitalero ist super lieb, gibt warme Wort mit auf den Weg...es ist kein Rennen, kein Wettbewerb, es geht darum zu entschleunigen, mit sich Kontakt aufzunehmen und sich selbst zu lieben. Das war wirklich super süß, wie er das gesagt hat, sehr liebevoll. Das er das jeden Tag mind. 30 Mal erzählt sei mal dahingestellt. 

Es gibt noch einen Restauranttip und nachdem ich mein Bett gewählt habe, gehe ich rüber ins Restaurant. Ich setzte mich draußen hin, das Wetter hat sich beruhigt. Es gibt Gambas, Hühnchen und Rotwein. Gegen 21:30 bin ich zurück im Zimmer, alle 10 Stockbetten sind belegt. Einige liegen schon im Bett, lesen oder schauen wie üblich auf ihre Handies. Es herrscht eine eigenartige Atmosphäre, Menschen aus aller Herren Länder, die sich nicht kennen, liegen zusammen in einem Zimmer. 

Der Wirt hat erzählt, das es dieses Jahr extrem voll sein, vermutlich, weil die Corona Auflagen aufgehoben sind und das bis Pamplona eigentlich alles ausgebucht sei. Also mache ich mich beim Essen, entgegen meiner Idee, auf die Suche und finde ein Hotel in Akerreta, das ist eine 24,5KM Etappe von Burgete, etwas weniger, aber mehr als genug nach der morgigen Pyrenäen Überquerung.


Es ist 22:00 Uhr, Zeit zu schlafen für einen guten Start morgen.


Buen Camino !!


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