Ein Drittel ist rum....
So, mehr als 2 Monate sind um, Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Ich schätze die bisherigen Posts haben schon gezeigt, das ich hier grad sicher eine der schönsten Zeit im Leben erlebe.
Natürlich gibt es ups und downs, grad auf der Arbeit gibt es Tage die sind nicht so erfolgreich, aber in Summe ist das hier ne geile Zeit und ich habe in der Zeit weit mehr erreicht als in Deutschland in einem halben Jahr möglich wäre.
Das Valley ist ein wunderbarer Ort um gründlich mit seinen Vorurteilen über die Staaten aufzuräumen und alle nachfolgenden Erfahrungen sind selbstverständlich nur auf San Francisco und das Silicon Valley bezogen. Aber sie sagen ja selber: "We all speak the same language but we are not the same"
Natürlich gibt es den dicken (vermeintlich) dummen Amerikaner, der allen Vorurteilen genüge tut, auch hier, aber insgesamt ist das hier eine unglaublich mulitkulturelle Gesellschaft die scheinbar mühelos Immigranten aus aller Welt aufsaugen kann. Jedenfalls gibt es auf den Strassen ne Menge Pärchen mit unterschiedlichen Ethnien. Der klassiche WASP ist hier inzwischen eh in der Minderheit.
Hier lässt sich übrigens auch mit dem Vorurteil aufräumen das Inder ein eher distanziertes Verhältnis zu Sport haben (abgesehen davon das sie völlig verrückt nach Cricket sind). jedenfalls kommen mir auf meiner Standard Joggingrunde ein Haufen Inder beim Rennen oder Fahrradfahren entgegen.
Und es ist eine Gesellschaft die neue Dinge unglaublich schnell aufnimmt, ausprobiert und wenn es nicht geht auch wieder fallen lässt. Im Büro gilt ja auch bei der SAP inzwischen das Motto: Fail often, fail early und genau so wird es hier überall mit neuer Technologie gehandhabt. Probieren geht über studieren und Reichbedenkenträger sind nicht hoch angesehen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Ich habe selber mal die USA mit dem späten Rom verglichen, aber so einfach sind die Dinge nicht und wir sollten die USA, mit der ihr eigenen Fähgikeit sich selbst ständig neu zu erfinden, noch nicht abschreiben.
Konkret...
Ein offensichtliches weil jeden Tag zweimal erlebtes Beispiel ist der Autoverkehr. Klar, auch hier wieder gilt, das Valley ist nicht Amerika, hier gibt es vergleichsweise wenige von diesen riesen PickUps.
Aber hier gibt es unglaublich viele Hybrid Autos und es gibt eine stattliche Zahl von reinen Elektroautos. Der Tesla Model S gehört hier wie selbstverständlich zum Strassenbild und auf Highways dürfen dürfen die Öko Autos den linken Fahrstreifen (express lane) benutzen der sonst während der Rush-hour nur Fahrgemeinschaften vorbehalten ist (würde ich mir für die A5 übrigens auch mal wünschen).
Und in den Parkhäusern gibt es Sonderparkplätze für Elektroautos mit Schnelladestationen. Da kann man während des Einkaufs oder während man beim Frisör ist, sein Auto aufladen.
Das Thema Elektromobilität ist ein klares Beispiel dafür, wie schnell Dinge dann doch umgesetzt und gefördert werden, wenn es wirklich als notwendig und richtig angesehen wird.
Ein weiteres meiner Lieblingsbeispiele sind diese genialen Bio Supermärkte. Ich habe es ja schon in einem früherem Posting erwähnt, ich bin gradezu verliebt in Whole Foods. Was für eine Auswahl, was fürn cooler Laden.
Nebenbei, im Supermarkt muß man hier auch für die Papiertüte bezahlen und die Plastiktüten gibt es gar nicht mehr. Jeder ist aufgefordert, seine eigene Tasche mitzubringen.
Und dann Sonntag der Farmersmarkt, das ist quasi Pflicht, ganz entspanntes bummeln übern Markt mit den Angeboten lokaler Bauern. Quasi direkt aus dem Auto raus verkauft, die Erde noch am Gemüse. Das ist etwas das ich bei uns wirklich vermisse, seitdem wir nicht mehr in Berlin wohnen.
Insgesamt habe ich mich in meinem Leben noch nie über so konstant lange Zeit so gesund ernährt. Die Auswahl an (echtem !) Müsli und Obst macht es mir leicht auf das Frühstücksbrot zu verzichten. Das Nutellaglas das ich mir mal gekauft habe ist noch mehr als halb voll.
Abends koche ich mir leckeres Gemüse (habe mir grad nen Dampfeinsatz für den Topf gekauft) oder hole mir beim WholeFoods ein paar frische leckere Sushi.
Manchmal gönne ich mir ein schönes Steak aus Biofleisch, das ich dann mit Salat esse. Der Verzicht auf Kohlenhydrate macht sich schon sichtbar bemerkbar ;-)
Jedenfalls war ich in den mehr als 2 Monaten genau ein einziges Mal bei Burger King.
Und übrigens, es gibt hier wahnsinnig viele verschiedene Biersorten. Wer nur Budlight oder Heineken trinkt ist selber schuld.
Also ein Konsumparadies, wie erwartet, aber nicht zwangsweise alles nur groß und für die Wegwerfgesellschaft ausgelegt. Das gibt es natürlich auch, aber es gibt eben auch das Andere, das lokale, das nachhaltige, Esthers German Backery, den kleinen Gemüsestand am Strassenrand, den kleinen asiatischen Supermarkt an der Ecke, der erfolgreich gegen die großen Ketten konkurriert, den nahezu riesigen Buchladen der gebrauchte Bücher an- und verkauft und in dem man die Zeit in den entlosen Bücherregalen vergessen kann.
Und dann natürlich die Sehenswürdigkeiten, die Parks, San Francisco mit Chinatown, Alcatraz, Fishermans Wharf und der Golden Gate Brücke, ein Paradis für Touristen aus aller Welt.
Die Berge zwischen dem Valley und dem Meer, kleine verwunschene Bergstrassen, verträumte japanische Gärten, weite Strände am Pazifik.
Und wer es sich wirklich geben will, geht in eine der Shopping Malls....
Wer sich hier langweilt, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen.
Und nicht zu vergessen die Freundlichkeit der Leute hier. Man geht so rücksichtsvoll und höflich miteinander um, das mir die typische deutsche Ignoranz den Mitmenschen gegenüber manchmal peinlich vorkommt.
Ich gebe mir Mühe das zu "immitieren", aber es ist auch einfach nett, wenn man nicht so einfach aneinander vorbeidrängelt, schubst und macht und tut. Das häufige "sorry" mag von aussen sicher wieder oberflächlich klingen (Ich höre schon die ganzen Jakob Augstein Jünger lästern), aber es macht Sinn und es ergibt eine freundliche Atmosphäre von gegenseitiger Rücksichtnahme.
Jedenfalls ist ist hier mehr als selbstverständlich für die Nachkommenden die Tür aufzuhalten, eine Tatsache die mir insbesondere in Berlin schon immer als überraschende Ausnahme vorkam.
Nebenbei ist das Wetter natürlich genial....hier scheint ja quasi immer die Sonne.
So, ein paar Sachen habe ich sicher schon mal erwähnt, aber ich fand es war an Zeit für ein wrap-up ;-)
Ich werde übrigens im Juni für ne Woche nach Deutschland kommen, da ich sonst die 183 Tage überschreite und hier steuerpflichtig werde.
Natürlich gibt es ups und downs, grad auf der Arbeit gibt es Tage die sind nicht so erfolgreich, aber in Summe ist das hier ne geile Zeit und ich habe in der Zeit weit mehr erreicht als in Deutschland in einem halben Jahr möglich wäre.
Das Valley ist ein wunderbarer Ort um gründlich mit seinen Vorurteilen über die Staaten aufzuräumen und alle nachfolgenden Erfahrungen sind selbstverständlich nur auf San Francisco und das Silicon Valley bezogen. Aber sie sagen ja selber: "We all speak the same language but we are not the same"
Natürlich gibt es den dicken (vermeintlich) dummen Amerikaner, der allen Vorurteilen genüge tut, auch hier, aber insgesamt ist das hier eine unglaublich mulitkulturelle Gesellschaft die scheinbar mühelos Immigranten aus aller Welt aufsaugen kann. Jedenfalls gibt es auf den Strassen ne Menge Pärchen mit unterschiedlichen Ethnien. Der klassiche WASP ist hier inzwischen eh in der Minderheit.
Hier lässt sich übrigens auch mit dem Vorurteil aufräumen das Inder ein eher distanziertes Verhältnis zu Sport haben (abgesehen davon das sie völlig verrückt nach Cricket sind). jedenfalls kommen mir auf meiner Standard Joggingrunde ein Haufen Inder beim Rennen oder Fahrradfahren entgegen.
Und es ist eine Gesellschaft die neue Dinge unglaublich schnell aufnimmt, ausprobiert und wenn es nicht geht auch wieder fallen lässt. Im Büro gilt ja auch bei der SAP inzwischen das Motto: Fail often, fail early und genau so wird es hier überall mit neuer Technologie gehandhabt. Probieren geht über studieren und Reichbedenkenträger sind nicht hoch angesehen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Ich habe selber mal die USA mit dem späten Rom verglichen, aber so einfach sind die Dinge nicht und wir sollten die USA, mit der ihr eigenen Fähgikeit sich selbst ständig neu zu erfinden, noch nicht abschreiben.
Konkret...
Ein offensichtliches weil jeden Tag zweimal erlebtes Beispiel ist der Autoverkehr. Klar, auch hier wieder gilt, das Valley ist nicht Amerika, hier gibt es vergleichsweise wenige von diesen riesen PickUps.
Aber hier gibt es unglaublich viele Hybrid Autos und es gibt eine stattliche Zahl von reinen Elektroautos. Der Tesla Model S gehört hier wie selbstverständlich zum Strassenbild und auf Highways dürfen dürfen die Öko Autos den linken Fahrstreifen (express lane) benutzen der sonst während der Rush-hour nur Fahrgemeinschaften vorbehalten ist (würde ich mir für die A5 übrigens auch mal wünschen).
Und in den Parkhäusern gibt es Sonderparkplätze für Elektroautos mit Schnelladestationen. Da kann man während des Einkaufs oder während man beim Frisör ist, sein Auto aufladen.
Das Thema Elektromobilität ist ein klares Beispiel dafür, wie schnell Dinge dann doch umgesetzt und gefördert werden, wenn es wirklich als notwendig und richtig angesehen wird.
Ein weiteres meiner Lieblingsbeispiele sind diese genialen Bio Supermärkte. Ich habe es ja schon in einem früherem Posting erwähnt, ich bin gradezu verliebt in Whole Foods. Was für eine Auswahl, was fürn cooler Laden.
Nebenbei, im Supermarkt muß man hier auch für die Papiertüte bezahlen und die Plastiktüten gibt es gar nicht mehr. Jeder ist aufgefordert, seine eigene Tasche mitzubringen.
Und dann Sonntag der Farmersmarkt, das ist quasi Pflicht, ganz entspanntes bummeln übern Markt mit den Angeboten lokaler Bauern. Quasi direkt aus dem Auto raus verkauft, die Erde noch am Gemüse. Das ist etwas das ich bei uns wirklich vermisse, seitdem wir nicht mehr in Berlin wohnen.
Insgesamt habe ich mich in meinem Leben noch nie über so konstant lange Zeit so gesund ernährt. Die Auswahl an (echtem !) Müsli und Obst macht es mir leicht auf das Frühstücksbrot zu verzichten. Das Nutellaglas das ich mir mal gekauft habe ist noch mehr als halb voll.
Abends koche ich mir leckeres Gemüse (habe mir grad nen Dampfeinsatz für den Topf gekauft) oder hole mir beim WholeFoods ein paar frische leckere Sushi.
Manchmal gönne ich mir ein schönes Steak aus Biofleisch, das ich dann mit Salat esse. Der Verzicht auf Kohlenhydrate macht sich schon sichtbar bemerkbar ;-)
Jedenfalls war ich in den mehr als 2 Monaten genau ein einziges Mal bei Burger King.
Und übrigens, es gibt hier wahnsinnig viele verschiedene Biersorten. Wer nur Budlight oder Heineken trinkt ist selber schuld.
Also ein Konsumparadies, wie erwartet, aber nicht zwangsweise alles nur groß und für die Wegwerfgesellschaft ausgelegt. Das gibt es natürlich auch, aber es gibt eben auch das Andere, das lokale, das nachhaltige, Esthers German Backery, den kleinen Gemüsestand am Strassenrand, den kleinen asiatischen Supermarkt an der Ecke, der erfolgreich gegen die großen Ketten konkurriert, den nahezu riesigen Buchladen der gebrauchte Bücher an- und verkauft und in dem man die Zeit in den entlosen Bücherregalen vergessen kann.
Und dann natürlich die Sehenswürdigkeiten, die Parks, San Francisco mit Chinatown, Alcatraz, Fishermans Wharf und der Golden Gate Brücke, ein Paradis für Touristen aus aller Welt.
Die Berge zwischen dem Valley und dem Meer, kleine verwunschene Bergstrassen, verträumte japanische Gärten, weite Strände am Pazifik.
Und wer es sich wirklich geben will, geht in eine der Shopping Malls....
Wer sich hier langweilt, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen.
Und nicht zu vergessen die Freundlichkeit der Leute hier. Man geht so rücksichtsvoll und höflich miteinander um, das mir die typische deutsche Ignoranz den Mitmenschen gegenüber manchmal peinlich vorkommt.
Ich gebe mir Mühe das zu "immitieren", aber es ist auch einfach nett, wenn man nicht so einfach aneinander vorbeidrängelt, schubst und macht und tut. Das häufige "sorry" mag von aussen sicher wieder oberflächlich klingen (Ich höre schon die ganzen Jakob Augstein Jünger lästern), aber es macht Sinn und es ergibt eine freundliche Atmosphäre von gegenseitiger Rücksichtnahme.
Jedenfalls ist ist hier mehr als selbstverständlich für die Nachkommenden die Tür aufzuhalten, eine Tatsache die mir insbesondere in Berlin schon immer als überraschende Ausnahme vorkam.
Nebenbei ist das Wetter natürlich genial....hier scheint ja quasi immer die Sonne.
So, ein paar Sachen habe ich sicher schon mal erwähnt, aber ich fand es war an Zeit für ein wrap-up ;-)
Ich werde übrigens im Juni für ne Woche nach Deutschland kommen, da ich sonst die 183 Tage überschreite und hier steuerpflichtig werde.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen