Moore's Law*





Heute war ich im Computer History Museum. Das ist nicht weit von hier auf der anderen Seite des Highway 101 und so bin ich mit dem Fahrrad hingefahren.

Das Museum umfasst mehr als 90.000 Ausstellungsstücke und beheimatet im wesentlichen die Dauerausstellung zur Computergeschichte.


Revolution: The First 2000 Years of Computing


Die Ausstellung stellt also eine Zeitreise dar, die in der Antike beginnt, die ersten Rechenmaschinen zeigt und mit dem modernen Internetzeitalter endet.




Napier's Bones
Napier's Bones - Anleitung






















Dabei beheimatet die Austellung ein paar wahre Schatzstücke, angefangen von den frühen Lochkartenmaschinen, den ersten IBM Maschinen, die man wirklich als Computer bezeichnen konnte bis hin zu der Zeit, an die ich mich selbst noch erinnern kann. 
So gibt es die IBM/32 Maschinen genauso wie die gute alte PDP 11, auf der ich noch im Studium programmiert habe.




 















Highlight ist zum Beispiel eine der wenigen Cray I - III Maschinen, ein alter Apple I und mittendrin der gute alte Commodore 64








Alle Ausstellungsstücke sind gut dokumentiert und zwischendurch gibt es immer wieder Tafeln mit Erklärungen oder Multimediadokumentationen. 
Insgesamt ist die Ausstellung absolut zu empfehlen, ein halber Tag ist schnell rum, auch wenn es zugegebenermassen nicht gerade leichte Kost ist und für jemanden, der keinen Bezug zu Computern hat vermutlich irgendwann langweilig wird.
Und wie in den USA mehr oder weniger üblich gibt es überall kostenlostes WLAN.

Charles Babagge



Ein absolutes Highlight ist die von Charles Babagge entworfene Analytical Engine Nr. 2. 

Er konnte sie während seines Lebens nie fertigstellen und die Unterlagen waren lange im Museum in London vergraben. Erst vor ein paar Jahren hat man in England eine Maschine nach seinen Plänen gebaut um die Funktionsfähigkeit der Entwürfe von Charles Babagge zu Beweisen. 
Pünktlich zu seinem 200ten Geburtstag wurde die erste je wirklich gebaute Analytical Engine in London ausgestellt.

Im Museum hier in Mountain View steht eine zweite Maschine, die sich Nathan Myhrvold, ein ehemaliger Chief Technologie Officer von Microsoft hat bauen lassen. 
Da er seit 8 Jahren mit dem notwendigen Umbauten an seinem Haus nicht fertig wird, hat er die Maschine vorerst dem Museum überlassen. Das versucht nun diese Leihgabe als Daueraustellungsstück zu gewinnen und Nathan davon zu überzeugen das er die Maschine eigentlich gar nicht haben will.

Die Maschine hier im Museum ist voll funktionsfähig und ich habe mir eine wirklich beeindruckende und vor allem kurzweilige 1-stündige Vorführung angeschaut.

Die Analytical Engine ist eine sog. Difference Engine, die zur Lösung polynomialer Funktionen entworfen wurde. 
Hier mal ein einfaches Beispiel, an dem uns das ganze erklärt wurde:


http://de.wikipedia.org/wiki/Differenzmaschine#Funktionsweise

Und noch ein paar beeindruckende Details. 

 






















Man muß dazu sagen, man sich beim Bau nicht nur an die Originalbaupläne sondern auch an die verwendeten Materialien gehalten hat und sogar bei der Fertigung der einzelnen Komponenten an die damals erreichbaren Toleranzen gehalten hat. Heute könnte man die Einzelteile mit viel höherer Genauigkeit herstellen.


Und kurz vor dem Ende holt mich mein eigenes Leben an einer Multimediawand in Form eines Kurzinterviews von Hasso Plattner wieder ein ;-)









Immerhin, er ist hier in nobler Gesellschaft mit anderen einflussreichen Personen der Computerbranche.

Alle Bilder finden sich auf Picasa


*Moore's Law sagt aus, das sich die Anzahl Prozessoren auf einem Chip im Durchschnitt alle 24 Monate verdoppelt. Diese 1965 von Gordon Moore getroffene Voraussage hat sich in den letzten Jahrzehnten regelmässig bewahrheitet, so daß man inzwischen von einem Gesetz spricht.



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